Geld-Bildung
Sei frei über Geld nachzudenken

Aktien, Anleihen, Fonds, Futures, Optionen

Investitionen in Aktien, Anleihen, Fonds, Futures, Optionen und ähnliche Derivate bedürfen zu allererst einer seriösen Strategie! Dabei geht es nicht immer nur um höhere Renditen, sondern auch um Sicherheit und Berechenbarkeit. Einige der wichtigsten Anlagestrategien stellen wir Ihnen hier im Detail vor.


Wertstrategie

Bei dieser Strategie setzt man auf werthaltige, unterbewertete Unternehmen. Diese weisen ein niedriges Kurs-Buchverhältnis auf. Sie verfügen über eine langjährige gute Marktposition und weisen eine stabile Gewinnentwicklung auf. Grundlage dieser Strategie ist eine Analyse wichtiger fundamentaler Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Dividendenrendite, Gewinnwachstum oder Markt-Buchwert-Verhältnis des jeweiligen Unternehmenswertes. Die Strategie eignet sich für Anleger, die bereit sind, ein Aktienmarkt-Risiko einzugehen, aber dabei sicherheitsorientiert auf solide Unternehmen setzen, die in der Regel eine niedrige Wertschwankung aufweisen.


Wachstumsstrategie

Bei dieser Strategie setzt man weniger auf Einzelunternehmen sondern auf künftige Wachstumsbranchen. Meistens handelt es sich dabei noch um junge Unternehmen, die häufig noch keine schwarzen Zahlen schreiben. Denn um sich am Markt durchzusetzen, müssen die Firmen häufig größere Mittel in Entwicklung, Forschung und Vertrieb investieren. Gehandelt werden hierbei Zukunftsträume, der Anleger spekuliert darauf, dass das Unternehmen aufgrund der hohen Innovationskraft überdurchschnittliche Gewinne erzielen wird.

 

Meist handelt es sich hier um Hochtechnologie-Aktien. Setzt sich das Unternehmen am Markt durch, erzielt man häufig überdurchschnittliche Renditen. Da es sich jedoch um junge Unternehmen handelt, die nicht immer rentabel sind, besteht auch das Risiko, dass die gehandelten Zukunftsträume sich in Luft auflösen. Die Strategie eignet sich deshalb insbesondere für spekulative Anleger.

 

Kaufen-und-Halten-Strategie

Der verstorbene Börsenguru André Kostolany beschreibt diese Strategie in seinem Buch "Die Kunst über Geld nachzudenken" wie folgt: „Kaufen Sie sich eine gute Aktie, gehen Sie in eine Apotheke, kaufen Sie ein Schlafmittel und schlafen, schlafen, schlafen Sie – und wenn Sie nach 5 Jahren aufgewacht sind, werden Sie sehen, dass Sie Geld verdient haben.“ Der Anleger reagiert hierbei überhaupt nicht auf kurzfristige Bewegungen am Markt.

Die Strategie eignet sich für Anleger, die auf langfristig solide Werte setzen. Börsencrashs werden ausgesessen, in der Hoffnung, dass die Börsenkurse auch wieder steigen. Kritiker halten diese Anlagestrategie für veraltet, da sich angesichts von Algorithmus-Handel und immer politischeren Börsen die Marktsituationen immer schneller ändern. Allerdings ist die Strategie nervenschonend und spart erhebliche Transaktionskosten. Studien zeigen, dass die Strategie über längere Zeiträume aufgeht.

Beispielhaft zeigen die Erfolgsbasis der MSCI-Index, der die Entwicklung von über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt, sowie der DJIA (Dow Jones Industrial Average) - ein Index der die Entwicklung des US-amerikanischen Aktienmarktes repräsentiert.


Momentumstrategie

Bei dieser Strategie versucht man Seitwärtsmärkte möglichst auszusparen und kauft opportunistisch vor allem Aktien, die sich im Aufwärtstrend befinden oder bei denen in Kürze einen beschleunigten Anstieg erwartet wird. Als Hilfsmittel dienen ihm dabei häufig auch technische Kriterien, allen voran der Momentum-Indikator. Dieser zeigt an, wann sich der Kursanstieg einer Aktie beschleunigt. Integraler Bestandteil dieser Strategie ist auch der Einsatz sogenannter Stop-Loss-Marken. Diese Verkaufslimits werden ausgelöst, sobald eine Aktie ein bestimmtes Kursniveau unterhalb des bisherigen Kurses erreicht. Damit versucht der Momentum-Anleger, seine Verluste zubegrenzen, falls eine Aufschwungphase unerwartet endet. Die Anlagestrategie geht mit dem aktuellen Trend. Daher ist auch entsprechendes Charttechnik-Wissen erforderlich. Diese Strategie eignet sich nur für Aufwärtsmärkte und kann daher nur temporär eingesetzt werden.


Blue Chip-Strategie

Bei dieser Strategie geht man von der jeweiligen Unternehmensgröße aus: Blue Chips (größte Unternehmen eines Landes) unterliegen in der Regel weniger Wertschwankungen nach oben als auch unten. Für sicherheitsorientierte Anleger eigenen sich daher Blue-Chips. Sie bieten zwar häufig nicht überdurchschnittliche Renditen, sind aber in negativem Börsenumfeld geringeren Verlusten ausgesetzt.


Trendfolgestrategie

Bei dieser Strategie versucht man, gewinnbringend in bereits erkennbare Kurstrends einzusteigen, indem bei steigenden Kursen investiert wird und bei fallenden Kursen – wenn es das Anlageinstrument zulässt – leer verkauft wird (short gehen). Man steigt wieder aus, sobald der Trend „bricht“. Basis für diese Strategie sind historische Kursdaten. Indikator ist dabei in der Regel die 200-Tage-Linie, die sich aus Durchschnittswert der vergangenen 200 Kurse ergibt, sowie die Bollinger-Bänder. Werden diese nach oben durchbrochen, wird von einem Aufwärtstrend als Kaufsignal gesprochen, bei einer Verletzung nach unten spricht man vom Abwärtstrend (Verkaufssignal).

Man setzt hierbei auf eine opportunistische, zyklische Anlagestrategie, die jedoch auf vergangenheitsorientierten Daten beruht. Die Strategie funktioniert in der Regel nur in Phasen klarer Trends, weniger in Seitwärtsmärkten. Die Anlagestrategie kann Verluste in Abwärtsphasen begrenzen, man ist dafür aber auch in Aufwärtsphasen aufgrund des Aufsetzens auf einen bereits anhaltenden Trend nur teilweise an der positiven Wertentwicklung beteiligt. Im schlimmsten Fall ändert sich dann genau der Trend - daher ist genaue kurzfristige Beobachtung der Marktentwicklung sowie Kenntnisse in Charttechnik erforderlich.


Was man in jedem Fall bei der Veranlagung über die beschriebenen Kapitalmarktprodukte beachten muss:

 

  • Man sollte nie Geld in Aktien, Anleihen, etc. investieren, das man plötzlich und kurzfristig brauchen könnte - dadurch würde man unter Umständen zu einem Verkauf mit Verlust (entweder wegen momentaner negativer Kursentwicklung oder auch nur weil die Depotposition ihre Kosten noch nicht erwirtschaftet hat) gezwungen sein.
  • Depotkosten Ihrer Bank bzw. Ihres Brokers
  • Ausgabeaufschläge und Verkaufsabschläge für Depotpositionen
  • Gewinne am Kapitalmarkt unterliegen der KESt. in der Höhe von 27,5%
  • In Verlustphasen gibt es keine negative KESt. - d.h. wenn eine Depotposition (für deren Erträge ja bereits die KESt. entrichtet wurde) zurückfällt und sich danach wieder z.B. auf das ursprüngliche Niveau erholt, ist für den Gewinn, der eigentlich nur zum Wiedererreichen des Wertes von vor dem Rückfall führt, wiederum die KESt. abzuführen - man zahlt quasi doppelt KESt.!

 

Sicherheit

Wertpapierdepots unterliegen der Österreichischen Einlagensicherung.

  

Sie möchten mehr wissen? Sprechen Sie mit einem unserer Geld-Denker!

Besuchen Sie auch unsere Events & Inspirationen

 
 
 
E-Mail
Anruf